GESCHICHTE.

Dalit Bloch, eine schweizerisch-jüdische Theaterfrau, kehrt nach 40 Jahren nach Israel, dem Land ihrer Geburt zurück, um ein Theaterprojekt mit jugendlichen arabischen und jüdischen Israeli zu realisieren. Als Basis dazu hat sie Gottfried Kellers Schweizer Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ im Gepäck.

 

Sie findet ein Land vor, das von inneren und äusseren Mauern und Gräben durchsetzt ist, tief melancholisch, sinnlich, anziehend und zurückweisend.

 

Der Film begleitet Dalit Bloch beim Versuch, der drohenden Erstarrung Bewegung entgegenzusetzen. Er zeigt die Entstehung der Theaterarbeit in Jaffa, die behutsame Annäherung der arabischen und jüdischen Jugendlichen an sich selber, die Regisseurin und an den alten Kellerschen Stoff um Land, verfeindete Familien und eine tragische Liebe. Der Film führt uns dabei in die Stuben und Strassen von heute, ergänzt, kontrastiert und sammelt, gemeinsam mit den Jugendlichen, ihren Eltern und Menschen im Umfeld, Geschichten und Sichtweisen: um Traumatisches, Berührung und Feindschaft, Ohnmacht, Trennung, Respekt und Hoffnung.

 

Parallel dazu folgt der Film Dalit Bloch bei der Reise in ihre Vergangenheit und Gegenwart. Sie begegnet ihren kindlichen Emotionen, Bildern und Erinnerungen, trifft auf ihre Freundinnen und Freunde, darunter palästinensische Kulturschaffende, jüdische Friedensaktivisten und eine alte Bekannte aus ihrer Jugend in Basel, die jetzt eine religiöse Siedlerin im Westjordanland ist. Ein ungeheurer Spannungsbogen von unterschiedlichen Lebens- und Sichtweisen auf dasselbe Land öffnet sich.

 

Der Film wird zu einem Zeugnis der zerbrechlichen Lebensrealität von Menschen, die in einem geliebten, von realen und imaginären Mauern durchsetzten Land leben - ihres persönlichen, engagierten, humorvollen, aktiven oder passiven, auf jeden Fall ganz unterschiedlichen Ringens um die Gegenwart und ein Stück gemeinsame Zukunft.